Kiril Stankow

International erstmalig auf sich aufmerksam machte Kiril Stankow 2013 - als er im renommierten Dirigier-Wettbewerb in Besançon nach vier Runden im Finale den zweiten Platz belegte und dort das Orchestre National de Lorraine dirigierte. Ein Jahr später wurde er außerdem zur Interaktion XII nach Berlin eingeladen und dirigierte sich über drei Runden ins Finale. Im Jahr 2017 wurden er und 19 weitere Kandidaten aus 300 Bewerbern für den 8. Internationalen Dirigierwettbewerbs Sir Georg Solti ausgewählt.

Stankow konzertierte u.a. mit dem MDR Sinfonieorchester, dem Kritischen Orchester Berlin, der Neubrandenburger Philharmonie, dem Orchestre National de Lorraine, den Landesjugendorchestern Mecklenburg-Vorpommern und Franche-Comté/Fra, dem Coro e Orchestra del Collegium Musicum Bologna/It, dem Ensemble New Babylon. Mit dem IDRS-Symphony-Orchestra gab Stankow 2011 sein USA-Debut, hier dirigierte er die Uraufführung von Nigel Trehernes „Concerto for 2 Oboes“.  

Stankow ist Conductor in Residence der jungen norddeutschen philharmonie, deren Gründungskonzert er 2010 dirigierte. Unter ihm debütierte das Orchester nicht nur in der Laeiszhalle, es eröffnete das Festival für verfemte Musik und spielte 2015 bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. Stankow ist Chefdirigent des Orchesters ´91 Hamburg und war von 2011 – 2016 Chefdirigent des JugendSinfonieOrchester Tübingen. In der Saison 16/17 gab er sein hochgelobtes Debut mit dem Orchestre de Chambre du Luxembourg, das ihn für die kommende Saison wieder einlud.

In der Saison 14/15 arbeitete Stankow mit dem Bremer Ensemble New Babylon zusammen. Mit den auf Neue Musik spezialisierten Musikern entwickelte er neue Konzertformate, verhalf mehreren Werken zur Uraufführung und bettete jene in Kontext mit Klassikern des 20. Jahrhunderts, rezitierten Texten und Renaissance-Musik ein. Höhepunkt der Zusammenarbeit war die Konzertreise durch Deutschland mit Schönbergs „Pierrot Lunaire“ als zentrales Werk.

Noch im Studium debütierte er 2010 im Leipziger Gewandhaus als jüngster Dirigent in der traditionsreichen Geschichte der Leipziger Universitätsmusik. Nachdem er mehrmals als musikalischer Assistent von Anthony Bramall an der Oper Leipzig tätig war, kam er, um Wladimir Jurowski mit Schnittkes monumentaler dritten Sinfonie zu assistieren, in selbiger Position zum Gewandhaus zu Leipzig.

2013 übernahm er dann ad interims den kurzfristig vakant gewordenen Posten des stellvertretenden Studienleiters an der Oper Leipzig und wirkte entscheidend an der im Wagner-Jahr 2013 international vielbeachteten Produktion von „Die Feen“ mit.

Weitere Assistenzen führten ihn zu den philharmonischen Orchestern von Rostock, Würzburg, München sowie in der Saison 16/17 an die Neue Oper Wien, wo er bei der Produktion „Le Malentendu“ sowohl in Wien, als auch bei den Gastspielen in Madrid assistierte.

Im März diesen Jahres nimmt Stankow am Meisterkurs mit David Zinman teil, im April konzertiert er mit dem Orchester ´91 Hamburg in der Laieszhalle, einen Monat später führt er mit der jungen norddeutschen philharmonie die zeitgenössische Oper „minibar“ von Sven Daigger, sowie im September mit dem BundesSchulMusikOrchester in Leipzig Mahlers 2. Sinfonie auf.

Stankow begann bereits im Alter von fünf Jahren das Klavierspiel und begann seine musikalische Laufbahen als Jungstudent an der Hochschule für Musik und Theater Rostock in den Fächern Klavier und Dirigieren. Von 2005 bis 2012 studierte er Dirigieren an Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar bei den Professoren Nicolas Pasquet, Gunter Kahlert und Anthony Bramall.

Stankow ist Stipendiat der Richard-Wagner-Gesellschaft und der Friedrich-Ebert-Stiftung.